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Vampire-Live ist ein Rollenspiel, genauer gesagt ein Larp.

Jeder Mitspieler begibt sich in die Rolle eines Vampirs, selten eines Ghuls. Die entsprechenden Charaktere werden im Voraus mit der Spielleitung (SL) abgestimmt.
Bei der Erschaffung des Charakters muss man sich an bestimmte Regeln halten. Diese dienen dazu ein Gleichgewicht zwischen allen Mitspielern zu wahren. Dies ist insbesondere in der Vampire-Welt, die eigentlich eine sehr starke Hirarchie aufweist, sehr wichtig. Anfänger und unerfahrene Spieler müssen sich daher auch mit weniger mächtigen Charakteren zufrieden geben. Allerdings kann sich jeder Spieler selbst verbessern. Dies geschieht sehr selten über die eigentlichen Werte und Fähigkeiten wie in den meisten Rollenspielen, sondern eher durch das erspielen von Einfluss, Macht, Ämtern und anderem. Begründung hierfür ist, dass Vampire als "tote Materie" nur noch eine sehr eingeschränkte Fähigkeit zum Erlernen von Neuem haben. Man wird also auf seinen superl-Lvl-120-Ober-Vampir leider verzichten müssen.
Generell gilt zudem zu sagen, dass Vampire kein Helden System ist. Man spielt einen "bösen" Charakter. Böse in dem Sinne, dass jeder Vampir in sich ein Raubtier ist, welches tötet um zu überleben. Mit der Zeit wird dieses Raubtier immer stärker und der Vampir verliert stückweise seine Menschlichkeit.
Das Spielsystem zeigt sich somit als ein Verlustsystem in welchem man nicht gewinnen kann. Man kann durchaus in der Hirarchie aufsteigen oder sich verbessern, aber auf lange Sicht verliert man den Kampf gegen sich selbst und die anderen. Deshalb stellt sich das Spiel auch sehr oft als demotivierend dar. Es gibt wenige bis keine Belohnung für Aktivität, dafür jede Menge Bestrafung sowohl für Aktivität als auch Passivität.

Warum sollte man dann überhaupt spielen?
In Vampire kann man sehr gut tragische Charaktere ausleben, aber auch zerstörerische, düstere, pessimiste, idealistische, und viele weitere, die den Kampf gegen etwas Übermächtiges aufnehmen. Man kann seine dunkle Seite ausleben, Intrigen spinnen, lügen, Gerüchte streuen und verstärken, ein kalter Zuschauer sein, sich an Fehlschlägen und Leid anderer ergötzen oder aktiv für dieses sorgen. Man kann Gefühle ausleben, Atmosphäre erzeugen, versuchen sich gegen den Rutsch und später den Absturz zu wehren. In Vampire kann man den Überlebenskampf üben, die Herausforderung proben, viel Politik testen und sehen wie ein starres, bürokratisches und traditionelles System darauf reagiert. Aber man erfährt dabei auch, wie man auf Niederlagen reagiert, wie man mit Verlusten umgeht, was man fühlt wenn sich alle gegen einen stellen oder sich Angst ins Blickfeld schleicht. Man kann schauspieleren, Szenen darstellen, Situationen ausspielen und Atmosphäre schaffen, denn darauf kommt es uns an.

Vampire ist nur ein Spiel!!!
Oberste Grundregel ist, alles was Intime (IT) passiert, wird nicht ins Outtime (OT) übertragen. Das heißt, auch wenn man gerade angeschrien, gedemütigt oder verlacht wird, so passiert das "nur" dem Charakter, nicht DIR als Spieler. Wird es einem Spieler zuviel so kann, ja soll, er bitte jederzeit OFF gehen und den Dialog mit den anderen Spielern, nicht Charakteren, suchen.

Vampire wird in vielen Domainen unterschiedlich gespielt. Bei uns steht die Diplomatie im Vordergrund und weniger die Action. Dass bedeutet viele Gespräche und weniger Kampf (zumindest derzeit).

Natürlich bleibt auch bei Vampire noch genügend Platz auch mit seinen Aktionen und Geschichten zu "protzen" und ein wenig zu posen. Alles in allem ist es immer doch "nur" ein Larp. ;)

Und da ein Bild oft mehr als tausend Worte sagt, hier ein paar Beispielbilder von verschiedenen Spielsituationen:
Der Maskenball zur Eröffnungsfeier der Domaine zu Leipzig.

Maskenball zur Eröffnung der Domaine

Der jährliche Neujahrsempfang in Berlin (2007).
Neujahrsempfang in Berlin

Ein osterliches Treffen in den Räumlichkeiten der Villa.
Equinox